Krisenplan
Was tun in der Not?
Wenn ein Bergsteiger eine Bergtour plant, denkt er immer auch darüber nach, was dabei passieren könnte. Er überlegt sich dann genau, wie er mit gefährlichen Situationen fertig werden kann und nimmt passendes Gerät mit, um im Notfall, etwa bei einem plötzlichen Wettereinbruch, gerüstet zu sein. Würde er darüber erst nachdenken, wenn das Unwetter bereits über ihn hereinbricht, wäre es für ihn sehr schwer, noch geeignete Hilfsmaßnahmen zu ergreifen.
Das Beispiel lässt sich auch auf seelische Krisen anwenden: Wenn es Menschen plötzlich sehr schlecht geht, fällt es häufig schwer, sich die richtigen Schritte zu überlegen und die nötige Hilfe zu organisieren: Was hilft mir? An wen soll ich mich wenden? Wie erreiche ich Personen, die mir helfen?
Wie der Bergsteiger sollte man deshalb rechtzeitig darüber nachdenken und sich einen Plan machen. Der folgende "Krisenplan" kann Ihnen dabei helfen.
Das Früherkennungs- und Therapiezentrum Köln (www.fetz.org) empfiehlt, sich in einem Tagebuch Notizen zu machen, die man für das Erstellen seines eigenen Krisenplanes nutzen kann.
Sehen Sie Ihre Notizen nach etwaigen Zusammenhängen von Befinden und Situationen durch, um etwa besser die Frage "Was tut mir gut in Krisenzeiten?" für sich zu beantworten. Auch Ihre Angehörigen oder engen Freunde können den Krisenplan mitgestalten und Sie z.B. beraten, wenn es um die Frage geht "Wie macht sich seelische Anspannung bei mir bemerkbar?".
Ihre Angehörigen und Freunde haben so auch einen ersten Hinweis, wann und vielleicht auch wie sie Sie noch mehr unterstützen können. Sie sollten den Plan mit Ihrem Arzt oder Therapeuten besprechen, da dieser Erfahrung mit solchen Plänen hat und Ihnen wichtige Hinweise geben kann.
Um den vom Früherkennungs- und Therapiezentrum Köln erstellten Krisenplan aufzurufen, klicken Sie bitte hier. Sie können den Krisenplan auch abspeichern oder ausdrucken.
PDF-Datei zum Download: Krisenplan.pdf

Reichen Ihre eigenen Möglichkeiten und die Ihrer Umgebung einmal nicht mehr aus, um eine seelische Krise abzuwenden, kann es unumgänglich werden, sich notfallmäßig in eine Behandlung zu begeben.
Als sehr hilfreich hat sich in einer solchen Notsituation ein Krisenpass erwiesen, der in besseren Zeiten abgesprochen wurde. Der Pass enthält folgende wichtige Angaben:


Name, Anschrift, Geburtsdatum, Krankenkasse


Aktuelle Medikamente (Namen und Dosierungen, verordnender Arzt)


Folgende Personen sollen im Krisenfall benachrichtigt werden (Name und Telefonnummer)


Im Krisenfall sind erfahrungsgemäß folgende Medikamente hilfreich: ...


Bisher schlechte Erfahrungen wurden mit folgenden Medikamenten gemacht: ...


Bestätigung des Arztes "Durch meine Unterschrift bestätige ich die oben genannten Erfahrungen mit den Medikamenten"


Besonderes (wie eigene Wünsche an die Behandlung, bestehende körperliche Erkrankungen, Allergien)
Der Pass kann auch auf eine sogenannte "Behandlungsvereinbarung" verweisen, die einer Klinik bereits vorliegt. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn man bereits in einer Klinik behandelt wurde und sich in Notfällen ein bestimmtes Vorgehen besonders oder gar nicht bewährt hat. Dann sollte der Krisenpass den Zusatz enthalten:


"Eine Behandlungsvereinbarung liegt folgender Einrichtung (Klinik, Krankenhaus, Arzt) vor: ..."
Einen vom Fetz (Köln) erstellten Krisenpass können Sie hier einsehen und als pdf-Datei herunterladen. Weitere Varianten für Krisenpässe finden Sie auch unter www.psychiatrie-verlag.de.
PDF-Datei zum Download: Krisenpass.pdf

 
|
Zum Anzeigen und Drucken von PDF-Dateien benötigen Sie den Adobe® Reader®, den Sie hier kostenlos erhalten. |